Offenlegung

Einlagensicherung

Die Raiffeisen Privatbank Liechtenstein AG (im Folgenden als «Bank» bezeichnet) ist Mitglied der liechtensteinischen Einlagensicherung. Die Einlagensicherung bezweckt die Deckung für nicht verfügbare Einlagen bei Banken, die gemäss den für sie geltenden gesetzlichen und vertraglichen Bedingungen zwar fällig und zu zahlen sind, jedoch im Falle einer Zahlungsunfähigkeit der Bank nicht gezahlt werden können.

Tritt bei einer liechtensteinischen Bank, welche in einem aufrechten Vertragsverhältnis mit der EAS steht, infolge Nachlassstundung oder Konkurs der sogenannte „Entschädigungsfall“ ein, sind die Teilnehmer im Segment Banken der Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungs-Stiftung SV (EAS) verpflichtet, Gelder bereit zu stellen, damit die EAS möglichst rasch den berechtigten Einlegern Forderungen bis zu einem Maximum von CHF 400 Mio. bezahlen kann.

Gesichert sind die Einlagen von einzelnen privaten Kunden bis zu einem Maximum von CHF 100'000.00 oder dem Gegenwert dieser Summe in einer anderen Währung. Unter Einlagen sind Kontoguthaben jeglicher Art sowie Call- und Festgelder zu verstehen. Verfügt ein Kunde über mehrere Konten bei einer Bank oder besitzt er neben seinem eigenen Konto auch einen Anteil an einem Gemeinschaftskonto, so gilt die Obergrenze nicht für jedes Konto einzeln, sondern für all seine Konten zusammengefasst. Weitere Informationen finden Sie unter www.eas-liechtenstein.li

Risikomanagement in der Raiffeisen Privatbank Liechtenstein AG

       1. Risikomanagement

Die Gesamtverantwortung für die Risikosteuerung liegt bei der Geschäftsleitung der Bank, um ein einheitliches Bild über die aktuelle und zu erwartende Risikosituation des Unternehmens sowie deren einheitliche Steuerung zu gewährleisten. Der Verwaltungsrat trägt die Verantwortung für die Festlegung dieser risikopolitischen Grundsätze der Bank auf Basis des von der Geschäftsleitung erstellten Konzepts.

Die Risikostrategie der Bank stellt die Basis für die Inhalte des Reglements Risikopolitik ICAAP dar. Der Basler Ausschuss hat als Reaktion auf die Finanzkrise seit 2007 das Reformpaket Basel III entwickelt, um die Sicherheit des internationalen Bankwesens zu verbessern. Auf europäischer Ebene wurde dem durch den Beschluss der Kapitaladäquanzverordnung (CRR) und -richtlinie (CRD IV) Rechnung getragen, welche auch in Liechtenstein umgesetzt werden. 

Die Bank hat das Reformpakt Basel III im ÖRE (Österreichische Raiffeisen Einlagensicherung) Leitfaden vollständig umgesetzt. Der Steuerung der einzelnen Risikoarten sind klare Verantwortungen zugeordnet, die die Rechenschaftslegung über Risikonahme und -realisierung beinhalten. Dies gilt für die Einzelgeschäfts- wie die Portfolioebene. Die Risikoverantwortung bzw. die Strukturierung der Zuordnung wurde so geregelt, dass bei Risikoverantwortlichen keine Zielkonflikte entstehen.

       2. Risikostrategie

Die Risikostrategie umfasst die allgemeine Identifikation von Risiken sowie die Beurteilung, ob die einzelnen Risiken für die Bank als wesentlich einzustufen sind. Im Rahmen der Risikostrategie wird in einem jährlichen Zyklus überprüft, ob die vergebenen Risikobudgets und Risikolimite ausreichend bemessen sind. In diesem Zusammenhang erfolgt auch eine jährliche Überprüfung der Risikoarten auf ihre Wesentlichkeit.

Die Überwachung der Einhaltung der Limite erfolgt laufend sowie anlassbezogen auch in kürzeren Abständen. Die entsprechenden Gremien r der Bank werden umfangreich informiert. Die Geschäftsleitung informiert den Verwaltungsrat regelmässig über die Geschäfts- und Risikostrategie und legt Berichte über die Risikotragfähigkeit, die Risiken und die Limitauslastung vor. 

      3. Wesentliche Risiken

      3.1 Marktrisiken

Die Bank gilt als Nichthandelsbuchinstitut. Die operative Überwachung der Eigenveranlagung obliegt dem Risikocontrolling.

Die Marktrisiken addieren sich aus:

  • Zinsänderungsrisiken
  • Preisrisiken
  • Spreadrisiken
  • Währungsrisiken

Das Zinsänderungsrisiko ist das bedeutendste Risiko im Rahmen der Marktrisiken. Das von der Bank eingegangene Zinsänderungsrisiko resultiert aus der Fristentransformation. Für die Bank entstehen Risiken bei einem Anstieg der Zinskurve. Die gemessenen Risiken werden in einem Limitsystem dem entsprechenden Gesamtbanklimitsystem gegenübergestellt. Für die Ermittlung des Zinsänderungsrisikos wird der von der Bankaufsicht vorgegebene Zinsschock von +/- 200 Basispunkten verwendet.

Preisrisiken entstehen durch Kursschwankungen bei Aktien, Aktienfonds und sonstigen Wertpapieren, die sich negativ auf die Werte der Eigenveranlagung (Depot A) auswirken. Das Credit-Spreadrisiko entsteht im Depot A-Management bei Anleihen. Darunter ist das Bonitätsrisiko zu verstehen, das auf der Credit-Spreadkurve abgelesen werden kann. Währungsrisiken werden weitgehend vermieden.

      3.2 Kreditrisiken

Die Festlegung der Kreditrisikostrategie erfolgt unter Berücksichtigung der Art, des Umfangs und des Risikogehalts der Geschäfte und umfasst alle Geschäfte, die ein Adressenausfallrisiko beinhalten:

  • Eigengeschäft (Depot A)
  • Forderungen an Kreditinstitute
  • Forderungen an Kunden

Die für das Adressenausfallrisiko eines Kreditgeschäfts bedeutsamen qualitativen und quantitativen Aspekte werden einer angemessenen Risikoanalyse unterzogen.

Bei den Kontrahenten (im Eigengeschäft) achten wir auf sehr gute Bonitäten. Bei Kundenkrediten achten wir sowohl auf eine ausreichende Bonität als auch auf eine gute Besicherung.

Das schuldnerspezifische Kreditrisiko ergibt sich aus möglichen Verlusten, die durch die mangelnde Bonität bzw. durch Bonitätsverschlechterung des Geschäftspartners sowie durch nicht werthaltige Sicherheiten entstehen. In der Bank werden überwiegend, aber nicht ausschliesslich, Lombardkredite vergeben.

      3.3 Länderrisiken

Das Länderrisiko drückt die Gefahr aus, dass Forderungen aus grenzüberschreitenden Geschäften wegen hoheitlicher Massnahmen ausfallen können sowie die Gefahr, dass die wirtschaftliche oder politische Situation Auswirkungen auf die Bonität des Schuldners hat. Länderrisiken entstehen im Bereich der Kredite und Eigenanlagen und spielen im Unternehmen eine weitgehend untergeordnete Rolle.

      3.4 Liquiditätsrisiken

Das Liquiditätsrisiko besteht in erster Linie darin, Zahlungsverpflichtungen im Zeitpunkt der Fälligkeit nicht nachkommen zu können. In zweiter Linie zeigen sich Risiken in einer unvorhergesehenen Erhöhung der Refinanzierungskosten (Marktenge und/oder Bonitätsverschlechterung). Für die Bank wurde das Liquiditätsrisiko, auch aufgrund potenzieller Abflüsse von Volumina, als wesentlich eingestuft. Zur Sicherstellung der Liquidität wird ein ausreichender Liquiditätspuffer gehalten.

      3.5 Beteiligungsrisiken

Im Rahmen der Abbildung des Beteiligungsrisikos werden alle Anteile an anderen Unternehmen berücksichtigt, die bestimmt sind, dem eigenen Geschäftsbetrieb durch Herstellung einer länger dauernden Verbindung zu dienen. Auch hierbei wird der ÖRE Standard verwendet. Im Problem- und Extremfall wird auf das potenzielle Wertverlustrisiko der einzelnen Beteiligungen abgestellt. Mit Ausnahme des Dividendenausfallrisikos werden für die übrigen Subrisikoarten des Beteiligungsrisikos jene Verluste angesetzt, die mit 95%iger bzw. 99,9%iger Wahrscheinlichkeit nicht überschritten werden.

Die Bank hält derzeit keine Beteiligungen.

      3.6 Operationelle Risiken

Operationelles Risiko bedeutet die Gefahr von Verlusten als Folge unzulänglicher oder fehlgeschlagener interner Prozesse, Menschen und Systeme oder von externen Ereignissen und beinhaltet das Rechtsrisiko. Daher ist die Risikokategorie als bedeutend einzustufen. Unter Systemen und Prozessen sind auch sämtliche Vorkehrungen betreffend Sorgfaltsplichten zu verstehen.

Betriebliche Risiken werden durch entsprechende organisatorische Vorgaben, die insbesondere auf eine Trennung von Markt und Marktfolge ausgerichtet sind, minimiert. Zusätzlich werden durch interne Richtlinien, Stellenbeschreibungen und Dienstanweisungen Risiken reduziert. Darüber hinaus werden Systemprüfungen von der Innenrevision durchgeführt. Zur Messung des operationellen Risikos gehört auch die Überwachung externer Dienstleister.

      3.7 Makroökonomische Risiken

Das makroökonomische Risiko resultiert aus gesamtwirtschaftlichen Verschlechterungen im Rahmen des klassischen Wirtschaftszyklus sowie etwaigen damit einhergehenden Risikoparametererhöhungen und dem Ziel der Bank, auch nach einer solchen Periode ohne massive Eingriffe und Massnahmen über eine ausreichende Risikodeckungsmasse zu verfügen.

Aufgrund des Geschäftsmodells der Bank werden diese Risiken sowohl für das Kredit- als auch das Provisionsgeschäft berücksichtigt. Bezüglich des Kreditgeschäfts wird das Modell des ÖRE Leitfadens Früherkennung komplett übernommen.

      3.8 Sonstige Risiken

Unter den sonstigen Risiken subsumiert die Bank entsprechend dem ÖRE Standard weitere Risiken wie Personalrisiken, Abwicklungsrisiken, strategische Risiken, Reputationsrisiken, Eigenkapitalrisiken, Fremdwährungs-Eigenmittelrisiken, Ertrags- und Geschäftsrisiken sowie Konzentrationsrisiken. Sowohl im Problemfall als auch im Extremfall erfolgt die Berücksichtigung der sonstigen Risiken nach ÖRE Standard als Approximation über einen Aufschlag von 5% der quantifizierten Risiken. Dieser Aufschlag wird als ausreichend erachtet.

       4. Risikotragfähigkeit

Für die Begrenzung der einzelnen Risiken ist ein Limitsystem implementiert. Die Massnahmen zur Begrenzung der Risiken werden unter Berücksichtigung der Risikotragfähigkeit in angemessenen Abständen vom Risikocontrolling überprüft. Ausgangspunkt für die Analyse der Risikotragfähigkeit ist die zur Deckung der Risiken verfügbare Risikodeckungsmasse. Hierzu zählen die verschiedenen Bestandteile des Kern- und Ergänzungskapitals. Zudem wird unter Going-Concern-Gesichtspunkten vorab ein Puffer für den gesetzlichen Eigenkapitalbedarf separiert. Die verbleibende Risikodeckungsmasse steht dem Unternehmen für das Eingehen von Risiken zur Verfügung und wird als Risikokapital bezeichnet, wobei die Bank bankintern zusätzliche Limite eingezogen hat. Damit verfolgt der Konzern einen konservativen Ansatz.

In einem zweiten Schritt wird das aktuelle Gesamtrisikoprofil bestimmt. Dies erfolgt regelmässig unter Berücksichtigung der aktuellen Entwicklungen sowohl des Geschäftsmodells des Unternehmens als auch der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, unter welchen es agiert. Die so identifizierten wesentlichen Risiken werden quantifiziert und anschliessend zu einem Gesamtrisiko aggregiert.

Die Risikotragfähigkeit, die periodisch berechnet wird, ist gegeben, wenn die wesentlichen Risiken durch das Risikodeckungspotenzial laufend gedeckt sind. Die Risikotragfähigkeit des Konzerns wird ökonomisch (barwertig) orientiert berechnet. Für die Bank erfolgt zudem eine GuV-orientierte Berechnung.

       5. Stress-Szenarien

Zur laufenden Überwachung der Einhaltung der regulatorischen Vorgaben sowie der betriebswirtschaftlichen Kennzahlen gehört auch die Durchführung von Stresstests zwecks Simulation und Analyse etwaiger negativer Szenarien in Bezug auf die Liquidität. Die aus den Stresstests gewonnenen Erkenntnisse werden erforderlichenfalls in risikominimierenden Massnahmen umgesetzt.

       6. Risikosituation

Die Risikosituation der Bank wird aufgrund der oben dargestellten Massnahmen, der Ergebnisse aus dem Risikomanagement und der überdurchschnittlich hohen Eigenkapitalquote als äusserst zufriedenstellend beurteilt. Die Auslastung der Einzellimite im Steuerungsfall zeigt einen ausreichenden Spielraum. 

      7. Anzahl weitere Mandate der Mitglieder von Verwaltungsrat und Geschäftsleitung

Geschäftsleitung

Dr. Alexander Putzer, MBA                                   kein weiteres Mandat

Dr. Georg A. Stöckl                                              kein weiteres Mandat

Verwaltungsrat

Alex Po Ming Ko                                                  16 weitere Mandate

Dr. Niklaus Werner Tschütscher                             9 weitere Mandate

Dipl.-Volkswirt Florian Widmer, MBA                       3 weitere Mandate

John Sian-Zu Lin                                                  49 weitere Mandate

Philip Cheuk Hang Lau                                         14 weitere Mandate

Eric Lu Cao                                                         7 weitere Mandate

Stand: 11. Dezember 2018